Dokumente und Zeugnisse richtig scannen

Optimale Zeugniskopien für die Bewerbung erzielen

Bei einer Bewerbung zählt neben dem Inhalt natürlich auch die Optik. Schlechte Zeugniskopien geben mindestens Abzüge in der „B-Note“. Dieser Artikel erklärt, was es zu beachten gibt, wenn Sie Zeugnisse für Online-Bewerbungen scannen. Sollten Sie keinen Scanner besitzen, erfahren Sie hier, wie Sie dennoch günstig an Scans kommen.

Hardware: Scanner

Selbst mit günstigen Flachbett-Scannern können Sie gute Ergebnisse beim Scannen von Dokumenten erzielen. Der Schlüssel zu guten Ergebnissen liegt meistens in den richtigen Software-Einstellungen beim Scannen, bzw. der richtigen Nachbearbeitung der Scans.

Software: Scan-Software, Bildbearbeitungs-Software

Den meisten Scannern liegt Software bei, mit der Sie Ihre Dokumente scannen und nachbearbeiten können. Allerdings variiert die Softwareauswahl je nach Scannermodell sehr stark. Dieser Artikel beschreibt die Nachbearbeitung von Scans am Beispiel von Adobe Photoshop Elements und von Gimp. Wenn Sie eine andere Software benutzen, wird der Ablauf höchstwahrscheinlich prinzipiell ähnlich sein.

Adobe Photoshop Elements ist kommerzielle Software, die aber auch manchen Scannermodellen beiliegt. GIMP ist ein freies Bildverarbeitungsprogramm. Die Websites, auf denen Sie GIMP herunterladen können, sind am Ende des Artikels genannt.

Gerade Scans

Vergleich zwischen einer bündig auf den Flachbettscanner aufgelegten Vorlage und einer nicht bündig aufgelegten Vorlage
Eine nicht bündig und eine
bündig aufgelegte Vorlage

Ein gerade gescanntes Dokument sollte selbstverständlich sein. Daher sollten Sie beim Auflegen der Vorlage auf den Flachbettscanner genau darauf achten, dass sie es bündig zu den Kanten des Auflagefeldes auflegen.

Dies erweist sich jedoch oft leichter gesagt als getan; das leichte Papier wird oft durch den Luftzug beim Schließen der Scannerklappe leicht verschoben. Dies ist aber nicht allzu schlimm, da es beim Nachbearbeiten des Scans recht leicht ist, das Dokument wieder geradezurücken.

Nachbearbeiten mit Photoshop Elements

Photoshop Elements besitzt eine Funktion, die vollautomatisch Bilder geraderücken kann. Sie findet sich im Menü Bild > Drehen > Bild gerade ausrichten. Details ...

Nachbearbeiten mit Gimp

In Gimp ist es etwas komplizierter: Hier müssen Sie zuerst den Winkel ausmessen, in dem das Dokument schief liegt (Werkzeuge > Maßband) und anschließend das Bild um den entsprechenden Winkel drehen (Werkzeuge > Transformationen > Drehen). Details ...

Keine Ränder

Ein Scan mit sichtbarem Rand
Scan mit sichtbarem Rand

Ränder entstehen dadurch, dass man den Bereich mitscannt, der nicht mehr von der Vorlage bedeckt wird. Diese Bereiche haben oft einen leicht anderen Farbton als die Vorlage; am Rand selbst entsteht meistens ein leichter Schatten.

Meistens kann man beim Scannen den Scanbereich automatisch bestimmen lassen. In der Scanvorschau kann man in der Regel auch manuell den Scanbereich auswählen. Hat man dennoch einen Rand mitgescannt, kann man auch problemlos beim Nachbearbeiten den Rand wegschneiden.

Scannen Sie Zeugnisse für eine Applion-Bewerbungswebsite, ist es übrigens durchaus in Ordnung, auch Teile des nicht bedruckten Randes der Vorlage wegzuschneiden. Auf Applion-Bewerbungswebsites und in der Druckversion kommt wieder ein kleiner Rand dazu.

Nachbearbeiten mit Photoshop Elements

Mit dem Freistellen-Werkzeug können Sie den Bereich auswählen, den Sie behalten möchten. Der Rest des Scans wird entfernt. Details ...

Nachbearbeiten mit Gimp

Dieses Werkzeug gibt es auch in Gimp – nur hier mit dem Namen Zuschneiden-Werkzeug (Werkzeuge > Transformationen > Zuschneiden). Mit dem Werkzeug kann man den Bereich auswählen, den man behalten will. Details ...

Weißer Hintergrund

Ein verfärbter Scan
Ein Scan mit bläulicher Verfärbung

Der Hintergrund des Scans sollte perfekt weiß sein und keine Schatten oder Verfärbungen aufweisen. Auch sollte kein Text von der Rückseite der Vorlage durchscheinen.

Einen absolut weißen Hintergrund erreicht man am einfachsten, indem man im Scanprogramm einstellt, dass man eine Schwarz-Weiß-Vorlage scannen will. Dies hat jedoch den Nachteil, dass eventuell gewünschte farbige Bereiche schwarzweiß werden, und, dass das Ergebnis unter Umständen einen Fax-Look bekommt.

Oft kann man schon in der Scanvorschau die Helligkeit und den Kontrast des Scans einstellen. Um Schatten zu entfernen, sollten Sie sowohl Helligkeit und Kontrast schrittweise hochregeln, bis die Schatten weg sind und der Hintergrund weiß erscheint. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass die Schrift nicht zu schwach wird.

Nachträglich ist es jedoch auch noch möglich, mit dieser Methode Schatten von Scans zu entfernen.

Nachbearbeiten mit Photoshop Elements

Mit Überarbeiten > Helligkeit/Kontrast anpassen > Helligkeit/Kontrast öffnen Sie in Photoshop Elements den Dialog zur Regulierung von Helligkeit und Kontrast. Details ...

Nachbearbeiten mit Gimp

Die Kontrollen für Helligkeit und Kontrast finden Sie unter Ebene > Farben > Helligkeit und Kontrast. Details ...

Kein Fax-Look

Ein Dokument im Schwarz-Weiß-Modus
Ein Scan im Schwarz-Weiß-Modus

Scannt man eine Vorlage im Schwarz-Weiß-Modus und in einer relativ geringen Auflösung entsteht ein Scan, der Faxen sehr ähnlich sieht: Die Buchstaben sind aus kleinen schwarzen Klötzen aufgebaut, Schrägen oder Rundungen sehen dabei unregelmäßig oder eckig aus.

Der Schwarz-Weiß-Modus hilft zwar, die Dateigröße der Scans klein halten, für gute Ergebnisse, müssen Sie jedoch recht hohe Scan-Auflösungen wählen. Eine Auflösung von 300 DPI ist hier als Minimum anzusehen, besser sind 600 DPI. Dies erhöht jedoch wieder die Dateigröße.

Wenn Sie also Dokumente in erster Linie für den Druck scannen und Farben in den Scans keinen Wert legen, sollten Sie im Schwarz-Weiß-Modus in einer hohen Auflösung scannen.

Ansonsten sollten Sie im Farbmodus und geringeren Auflösungen scannen.

 
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