Der Lebenslauf
Ihre Laufbahn in Richtung neuer Job
Verglichen mit dem Anschreiben und der „dritten Seite“ liefert der Lebenslauf Informationen in einer sehr strukturierten und – relativ – objektiven Art und Weise. Hier können Sie keine frei formulierte Werbesprache benutzen, sondern müssen tabellarisch aufbereitete Fakten bringen. Aus diesem Grund lesen Personalverantwortliche den Lebenslauf häufig sogar schon vor dem Anschreiben. Sie sollten daher den Lebenslauf mindestens genauso gewissenhaft erstellen wie das Anschreiben. Worauf muss man also bei der Formulierung des Lebenslaufs achten?
Der vordergründige Zweck des Lebenslaufes ist es, dem Leser der Bewerbung zu zeigen, dass man die passenden Qualifikationen für den Job „mitbringt“. Diese Information ergibt sich aus den im Lebenslauf aufgeführten Stationen Ihrer Berufslaufbahn: Vorangegangene Tätigkeiten, Ausbildung, besondere Kenntnisse und so weiter. Je besser diese Stationen zu dem neuen Job passen, desto besser sind natürlich auch Ihre Bewerbungschancen. Versuchen Sie also den Lebenslauf an die jeweilige Bewerbung anzupassen. Natürlich können Sie nicht einfach eine unpassende Beschäftigung oder Ausbildung weglassen – das würde unvorteilhafte Lücken in Ihrem Lebenslauf erzeugen. Aber vielleicht gibt es spezielle Teilbereiche Ihrer bisherigen Tätigkeiten, die zu der neuen Stelle passen. Diese sollten Sie dann besonders betonen.
Möglicherweise können Sie auch eigentlich private Dinge nutzen, um Ihre Qualifikation für die Stelle zu unterstreichen. So ist es durchaus üblich, Hobbys, ehrenamtliche Engagements oder ähnliches in einem Lebenslauf anzugeben. Beispielsweise gilt die aktive Ausübung einer Mannschaftssportart als Hinweis auf hohe soziale Kompetenz.
Vorsicht vor negativen Interpretationsmöglichkeiten
Allerdings ist es auch möglich, aus einem Lebenslauf vermeintlich negative Informationen herauszulesen. An erster Stelle stehen hier die Lücken in der Laufbahn. Fehlen einige Monate oder gar Jahre in Ihrem Lebenslauf, bekommt der Leser den Eindruck, dass Sie etwas Negatives zu verbergen haben. Meistens gibt es jedoch keinen Grund, eine Etappe Ihrer Laufbahn wegzulassen. Erziehungszeiten signalisieren zum Beispiel, dass Sie viele organisatorische und soziale Kompetenzen gesammelt haben.
Durch bedachtes Handeln zur richtigen Zeit können Sie auch im Vorhinein das Entstehen von Lebenslauf-Lücken verhindern: Sollten Sie arbeitslos werden, können Sie beispielsweise Fortbildungskurse belegen. Damit vermeiden Sie eine unschöne „Arbeitslosigkeits-Zeile“ im Lebenslauf und gewinnen darüber hinaus noch neue Qualifikationen, die Sie vielleicht bei einer neuen Stelle gebrauchen können.
Die Form des Lebenslaufs
Es gibt eine ganze Reihe möglicher Gestaltungsformen eines Lebenslaufs. Am gängigsten ist die tabellarische Form. Dabei kann man noch einmal zwischen verschiedenen Unterformen unterscheiden: Die sogenannte „deutsche Form“ bezeichnet eine Tabelle, die nach dem Datum der Einträge sortiert ist, und zwar beginnend mit dem zeitlich am weitesten zurückliegenden Eintrag. Bei der „französischen“ oder auch „amerikanischen Form“ ist die Sortierung genau umgekehrt: Man beginnt mit dem aktuellsten Datum und geht dann nach und nach in die Vergangenheit zurück.
Thematischer Aufbau
Eine weitere Variante der tabellarischen Form ist die Sortierung nach Kategorien. Dies können Kategorien wie Berufspraxis, Studium, Ausbildung oder ähnliches sein. Eine Übersicht über mögliche Kategorien finden Sie im Artikel Was kommt in den Lebenslauf?
Bei dieser Variante beginnt man mit der Kategorie mit der höchsten Relevanz für die Bewerbung; das ist in der Regel die Kategorie mit den jüngsten Einträgen. Innerhalb einer Kategorie sollte man die Einträge in der Regel zeitlich absteigend sortieren, also die aktuellsten Einträge am Anfang, die ältesten am Ende der Kategorie einordnen.
Die Frage, welche dieser Formen am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile. Die Sortierung nach Kategorien ist – vor allem bei längeren Lebensläufen – die übersichtlichste und am besten lesbare Variante. Daher wird diese Form auch immer populärer. Die nicht rein chronologische Sortierung dieser Variante führt dazu, dass etwaige Lücken im Lebenslauf nicht sofort ins Auge fallen.
Andererseits sind deutsche Personalverantwortliche oft noch die klassische, „deutsche Form“ des Lebenslaufs gewohnt. Personaler, die gerne den Lebenslauf auf Lückenlosigkeit untersuchen, werden offensichtlicherweise auch diese chronologisch sortierte Variante bevorzugen. Nichtsdestotrotz empfiehlt Applion die Sortierung nach Kategorien, weil diese insgesamt die beste Lesbarkeit bietet.
Exotische Formen
In seltenen Fällen verlangen Arbeitgeber einen handgeschriebenen und/oder ausformulierten Lebenslauf. Der Zweck dieser Form ist in der Regel, eine Handschriftenprobe von Ihnen zu bekommen. Ob dieser Weg zweckmäßig ist, wird jedoch allgemein bezweifelt. Wenn eine Handschriftenprobe unbedingt notwendig ist, könnten Sie diese auch als anderes Dokument der Bewerbung beilegen; zum Beispiel als handgeschriebene „Seite Drei“. Sie sollten dies jedoch mit dem Empfänger der Bewerbung abklären.


