Den ersten Eindruck machen
Ein erfolgversprechendes Bewerbungs-Anschreiben formulieren
Sich bewerben - das bedeutet nichts anderes, als Werbung für sich selbst zu machen. Bei "normaler" Werbung haben Sie bestimmt schon häufig die Erfahrung gemacht, dass es auf der einen Seite gute, überzeugende Werbung gibt, auf der anderen Seite aber auch schlechte Werbung, der man es sofort anmerkt, dass sie nicht halten kann, was sie verspricht. Bei der Bewerbung stehen nun Sie vor der Herausforderung, für sich gute Werbung zu produzieren. Die größten Gestaltungsmöglichkeiten haben Sie dabei beim Anschreiben und der "dritten Seite". In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie im Anschreiben gute Werbung für sich machen.
Das zentrale Ziel von Werbung ist es natürlich, ihre Botschaft "rüberzubringen". Damit dies auch klappt, ist es wichtig, dass die Zielgruppe die Werbung versteht. Um dies zu erreichen, muss man sich in die Zielgruppe hineinversetzen und versuchen, ihre Sprache zu sprechen. Übertragen auf eine Bewerbung bedeutet das: Schildern Sie aus dem Blickpunkt der Firma, warum Sie für die anliegenden Aufgaben perfekt geeignet sind. Dazu müssen Sie zuerst die Anforderungen der Firma recherchieren und analysieren; welche Aufgaben muss die Firma bewältigen?
Anschließend stellen Sie diese Aufgaben Ihren eigenen Fähigkeiten und Talenten gegenüber. Dafür ist nun erstmal "innere" Recherchearbeit notwendig. Was sind Ihre Stärken? In welchen Bereichen sind Sie von sich überzeugt? Aber auch: Was machen Sie am liebsten?
Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Stärken und Vorlieben mit den Anforderungen der Firma zu kombinieren und diese Kombination dem Leser des Anschreibens überzeugend zu vermitteln, dann steigern Sie Ihre Bewerbungschancen enorm. Der Personalverantwortliche wird dadurch nämlich den Eindruck bekommen, dass Sie in dem Job wirklich gut und motiviert sein werden. Sie können sich sicherlich vorstellen, was dagegen mit nichtssagenden Standardanschreiben passiert. Also: Der Aufwand lohnt sich!
Die richtige Dramaturgie
In der Werbung ist es allgemein notwendig, in aller Kürze zum Punkt zu kommen (Mal abgesehen von den ewig langen "Dauerwerbesendungen" nachts im Fernsehen - aber die sind ja auch in der Regel keine gute Werbung). Die Notwendigkeit zur Kürze gilt genauso für Ihre Bewerbung. Der Grund dafür ist die begrenzte Zeit und Geduld des "Personalers", der Ihre Bewerbung liest. Als Faustregel gilt daher, dass ein Bewerbungs-Anschreiben etwa eine DIN-A4-Seite, oder etwa 5 bis 10 Sätze, oder etwa 80 bis 160 Worte lang sein sollte.
Aber auch in dieser Kürze ist es notwendig, den Leser aktiv an den Text zu binden. Sonst könnte er schon vor dem Ende des Anschreibens die Lust am Lesen verlieren. Eine Text-Strukturierung, die einen optimalen Spannungsbogen für den Leser bietet, finden Sie im Artikel über die richtige Dramaturgie eines Anschreibens.
Die äußere Form
Neben dem Inhalt ist natürlich auch die äußere Form des Anschreibens wichtig. Ein Anschreiben mit vielen Rechtschreibfehlern, unschöner Gestaltung oder anderen Formfehlern kommt ganz schlecht an. Der Personalverantwortliche wird aus dem Bewerbungsschreiben schließen, dass Sie auch während Ihrer sonstigen Arbeit schluderig sind.
Abgesehen von Selbstverständlichkeiten wie Grammatik und Rechtschreibung, variieren die Anforderungen an die äußere Form je nach Medium, mit dem Sie das Anschreiben versenden. Mehr zu der äußeren Form von Anschreiben per E-Mail finden Sie im Artikel Das E-Anschreiben. Die Regeln bei Anschreiben als normaler Brief sind im Artikel Das klassische Anschreiben zu finden.
Gegenlesen nicht vergessen
Grundsätzlich gilt beim Schreiben immer: Der Text ist nicht fertig, solange nicht jemand anders ihn einmal gelesen hat. Es liegt in der Natur des Schreibens, dass der Autor des Textes diesen leicht verstehen kann. Erst beim Lesen durch "unbefangene" Leute werden alle Mängel im Text deutlich.
Sie müssen nicht unbedingt ein professionelles Lektorat mit dem Gegenlesen des Textes beauftragen. In der Regel reicht es, wenn Sie zwei oder drei Freunde bitten, sich mal die Bewerbung durchzulesen und ihre ehrliche Meinung zu sagen. Diskutieren Sie die Mängel - die beim ersten Mal bestimmt auftreten werden - und ihre Verbesserungsmöglichkeiten. Denkbar ist auch, mehrere Versionen des Anschreibens zu entwerfen und schließlich die beste auszusuchen.


